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g
o l d r a u s c h _ w i e n
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kunst als beruf wenn sich jemand entschliesst seinen lebensunterhalt in zukunft als kunstmaler zu verdienen, so kann er sich von seinem umfeld allerhand anhören. "du wirst unter der brücke landen, du bist übergeschnappt, glaube ja nicht, dass ich dich ein ganzes leben lang aushalten werde usw.", sind noch relativ nette kommentare. die wirklich böswilligen bemerkungen brauche ich an dieser stelle nicht extra erwähnen, weil sich die jeder ungefähr vorstellen kann. jene die es absolut gut mit einem meinen und selbst in diesen krisenzeiten zum angehenden künstler halten, werden wohl nur wortlos erbleichen. warum soviel aufregung? es wird so getan, als ob man mit dieser entscheidung das ganze leben zerstört. im schlimmsten fall und ich meine damit wirklich den schlimmsten fall, wird man nach paar jahren einsehen, dass man nicht in der lage ist mit den eigenen künstlerischen bemühungen den lebensunterhalt zu bestreiten. dann wird man sich eben nach einem job umsuchen, entweder im künstlerischen umfeld oder vielleicht ganz was anderes. und was ist verhaut? ok, paar jahre hat man nicht besonders viel verdient aber dafür hat man sicherlich eine menge spass gehabt. warum
dann soviel aufregung wenn sich jemand entschliesst von der kunst zu
leben? darüber kann ich nur spekulieren. vielleicht hat es damit
zu tun, dass viele menschen davon ausgehen, dass das leben eben ein
jammertal ist und das jegliches bemühen möglichst viel freude
und spass zu haben, entweder als unmöglich oder zumindest unmoralisch
betrachten. die meisten menschen träumen von kreativen berufen,
aber es bleiben eben nur bei den träumen. warum sollten sie dann
anderen gönnen, was sie selber nicht erreicht haben? andererseits
kommt es mir vor, dass der kunstberuf für viele menschen wirklich
nicht die geeignete wahl war. zum beispiel weil ihnen wohlstand und
finanzielle sicherheit sehr wichtig sind. um diese beiden ziele zu erreichen
gibt es wesentlich vielversprechendere berufe und künstler, die
sich dauernd darüber beschweren, dass sie zu wenig verdienen, sind
wirklich lästig. natürlich träumt jeder künstler davon, einen manager zu haben, der ihm alle nicht künstlerischen belange abnimmt, damit man sich ganz und gar auf die kreativen tätigkeiten konzentrieren kann. klingt gut, ist aber in der praxis äusserst selten. ich kenne einige künstler, die finanziell durchaus erfolgreich sind, aber sie alle wenden für marketing fast genauso viel zeit auf, wie für die herstellung ihrer kunst. in welchem fall soll man sich dann für den kunstberuf entscheiden? ich würde sagen, wenn einen die innere stimme dazu drängt. dieser entscheidung stehen oft "vernünftige" argumente entgegen, aber es kann nichts vernünftig sein, was uns langfristig nicht guttut. wenn ich erwähne, dass ich von der kunst leben, bekomme ich oft folgenden satz zu hören: es ist schwer von der kunst zu leben. stimmt, aber dabei wird übersehen, dass allerhand im leben "schwer" ist. es ist ebenfalls schwer 40 jahre lang in einem büro zu arbeiten oder einen beruf auszuüben, den man nicht mag. es ist eben alles schwer oder alles leicht im leben. hängt nur von der eigenen auffassung ab. hört auf eure instinkte.
goldrausch
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