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o l d r a u s c h _ w i e n
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warum man kein schwarz verwenden sollte der grund ist einfach. tubenschwarz ist keine farbe sondern vielmehr ein farbloch. wenn sie reines tubenschwarz neben andere farbflächen anlegen, werden sie einen qualitativen unterschied erkennen - die farben passen nicht zusammen. der grund ist schon in der farbenlehre I erklärt worden. wenn das schwarz aus den drei primärfarben gemischt worden wäre, dann würden sie zusammenpassen. das ist nie der fall, sondern das schwarz wird aus einem völlig anderen pigment gewonnen und hebt sich damit sehr unangenehm von allen anderen farben ab. dem kann man entgegnen, wenn man schwarz selber aus den primärfarben rot, gelb und blau mischt. wenn man dieses schwarz mit dem tubenschwarz vergleicht, werden sie staunen. das selbstgemischte schwarz wird das tubenschwarz, was farbe und leuchtkraft angeht, glatt wegfegen. d.h. wenn sie unbedingt schwarz verwenden müssen, dann nur selbstgemischtes. ich verwende zwar selber tubenschwarz, aber eben nur als mischbasis. ich mische immer auch echte farbe hinein um die leuchtkraft zu steigern. wie erkennt man die temperatur von schwarz? es gibt kaum reines schwarz, da es immer in richtung kalter oder warmer töne kippt, sprich rot oder blau. die temperatur wird man vielleicht auf anhieb nicht erkennen können, aber im bild spürt man sie intuitiv und somit ist es nicht egal welche temperatur es hat. manchmal ist ein kaltes schwarz die bessere wahl und dann wiederum ist man mit einem warmen schwarz besser bedient. der test ist ganz einfach. sie geben ins schwarz einen tupfer weiss hinein und sehen sofort wohin es kippt. warum man kein schwarz verwenden sollte II oder es gibt kein schwarz es gibt kein reines schwarz in unserer wahrnehmung. um diese behauptung zu unterstreichen, mache ich regelmässig folgenden test mit meinen schülern. meistens hat jemand ein schwarzes kleidungsstück an. auf die frage welche farbe das sei, antworten natürlich alle "schwarz". dann halte ich meine hand so hoch, dass sie einen schatten auf das kleidungsstück wirft. wenn der pullover "schwarz" sei, welche farbe hat dann der schatten auf dem "schwarzen" pullover? moral der geschichte ist, dass laien leichtfertig mit begriffen wie schwarz und weiss umgehen können, von malern könnte man einen etwas bewussteren umgang erwarten. die konsequenzen für die malerei sind dann folgende: wenn es in unserer wahrnehmung kein schwarz gibt, dann gibt es keinen grund reines schwarz in der malerei zu verwenden. sofern es im bild irgendeine lichtquelle gibt, kann es kein reines schwarz geben. und bilder ohne irgendeine lichtquelle gehören ins reich der kinderwitze, nach dem motto ein schwarzbär in einem dunklen tunnel während eines stromausfalles oder so. ich kann diese theorie absolut praktisch bestätigen. jedes mal wenn ich reines schwarz verwendet habe, habe ich es bitter bereut. das letzte mal beim titelbild meiner webseite, der roten rose. mit schwarz als hintergrund war es eine einzige blamage. dann habe ich das schwarz in ein dunkles braun verwandelt und das bild war nicht wiederzuerkennen. ich sehe schon den ambitionierten schüler wieder sein vorkluges köpfchen schütteln und folgende frage stellen: aber es gibt doch hervorragende maler, die massenweise reines schwarz verwendet haben? stimmt. schauen wir uns zum beispiel max beckmann an. der hat reines pechschwarz nur so auf die leinwand geschaufelt und seine bilder sind trotzdem oder vielleicht gerade deshalb hervorragend. zugegeben, aber wir dürfen dabei nicht ausser acht lassen, dass beckmann ein konzeptmaler war. solche maler setzen sich bewusst über regeln hinweg, zugunsten eines individuellen kunstkonzeptes. dagegen spricht gar nichts, denn ein kluger mensch hat einmal gesagt, dass ...das handwerk ist ein auto, welches einem hilft grosse distanzen schnell zu überbrücken. aber wenn man vor einem berg steht, muss man aussteigen und zu fuss weitergehen. beckmann ist eben den weg zu fuss weitergegangen. was die beimischung von tubenschwarz angeht, so gilt, dass es besser ist farben mit anderen farben zu verdunkeln als mit schwarz. der grund ist derselbe wie die beimischung von weiss: beide töten die farbe ab. wenn man ein bild mit zurückhaltender farbwirkung erzielen will, dann ist das eine gute idee, wenn man dagegen leuchtende farben haben will, dann ist es sinnvoller farbe mit farbe mit abzudunkeln, z.b. mit komplementärfarben (rot mit grün und umgekehrt, gelb mit violett usw.) weiss reines weiss wird man in einem realistisch gemalten bild kaum verwenden, da weisse flächen in unserer wahrnehmung in abhängigkeit von einer lichtquelle eher kalt oder warm erscheinen. das heisst, selbst wenn eine fläche sehr "weiss" ist, sollte sie in unserem bild zumindest leicht ins gelbliche oder blaue kippen. ich erinnere an alfons walde und seine schneeflächen, die in abhängigkeit von licht und schatten blau oder ockerfarben sind. weiss als beimischung zu anderen farben ist zumindest problematisch, aus dem selben grund wie schwarz, denn es tötet die farbe ab. daher gilt genauso wie mit schwarz, wenn möglich sollte man mit anderen farben aufhellen. das geht bei warmen tönen, denn diese können mit gelb oder ocker wesentlich wirkungsvoller aufgehellt werden, als mit weiss. kalte töne dagegen lassen sich leider nur mit weiss aufhellen, denn eine aufhellung mit gelb würde blau zum beispiel in richtung grün kippen lassen, was nicht immer erwünscht ist. zinkweiss oder titanweiss? puristen rümpfen die nase wenn sie titanweiss hören und argumentieren (etwas dümmlich): titanweiss hat es zur zeiten von leonardo und michelangelo nicht gegeben, da es sich dabei um ein relativ neues industriepigment handelt (wie z.b. phtalo oder kadmium). sie übersehen dabei, dass gerade diese beiden so ziemlich jede neuerung auf dem gebiet der materialienkunde begierig an sich gerissen haben, wenn es ihnen nur bessere oder effizientere ergebnisse ermöglicht hat. mit anderen worten, sie wären wahrscheinlich vom titanweiss begeistert gewesen, wenn sie es nur zur verfügung gehabt hätten. nun, so einfach ist die antwort auf diese frage nicht. um eine sinnvolle antwort bekommen zu können, sollten wir uns einmal die unterschiedlichen eigenschaften von zink- und titanweiss anschauen. zinkweiss
hat eine geringe farbkraft und ist relativ transparent ich habe beide farben verwendet und kann nur sagen, dass ich früher hauptsächlich titanweiss verwendet habe, mittlerweilen bin ich aber fast ausschliesslich zu zinkweiss übergegangen. das letztere ermöglicht viel atmosphärischere und zartere bilder, die verwendung von titanweiss dagegen kann farben leicht ins schreiende und vulgäre kippen. wobei das wiederum auch reizvoll sein kann. alles in allem, gibt es keine regeln. mittlerweile würde ich eher die verwendung von zinkweiss empfehlen, aber titanweiss hat auch seine vorzüge. zum beispiel: titanweiss spezialanwendungen titanweiss kann sehr transparenten farben "körper" geben. karminrot ist zum beispiel eine problematisch transparente farbe, das ist bei lasuren von vorteil, wenn man damit decken will, ein nachteil. mit ihr ist es nahezu unmöglich dunkle flächen karminrot zu färben und abzudecken. wenn man karminrot eine spur titanweiss dazugibt, bevor der ton noch in richtung schweinchenrosa kippt, wird karminrot deckender. ähnliches gilt für gelb. analoges gilt für das aufhellen im allgemeinen. wenn sie zum beispiel einen dunklen malgrund aufhellen wollen, werden sie mit zinkweiss alt und benötigen mitunter eine ganze reihe von schichten. mit titanweiss wird n der regel eine (bei teurem und guten titanweiss) oder zwei schichten (billiges und schlechtes titanweiss) ausreichen. puuuh, soviel zu schwarz und weiss. ganz schön viel text, aber es war sinnvoll dieses thema nicht zu stückeln. und dabei ist noch lange nicht alles gesagt ;))
hört auf eure instinkte.
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